Gesundheitszirkel

 

Eine Mitarbeiterin sitzt im Sprechzimmer beim Arzt. © Colorbox

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Ziel

  • Identifikation konkreter Belastungsfaktoren sowie Vorschläge zur gesundheitsgerechten Arbeitsgestaltung in zeitlich begrenzten Arbeitsgruppen
  • aktive Einbeziehung der Mitarbeiter/-innen in Planung und Umsetzung betrieblicher Gesundheitsförderung als Expert/-innen ihrer Arbeitssituation

Gelingensbedingungen

  • "Worten Taten folgen lassen": Bereitschaft der Unternehmensleitung Vorschläge des Gesundheitszirkels in die Praxis umzusetzen
  • zeitnahe Umsetzung der erarbeiteten Ideen
  • Identifikation relevanter Problemfelder im Vorfeld (Faktoren der Auswahl: hoher Krankenstand, vielfältige Belastungsherde)
  • Vereinbarung von Verfahrensregeln: z.B. Regelmäßigkeit der Treffen, Vertraulichkeit der Absprachen
  • Kommunikation der Begründungen bei Entscheidungen für und besonders auch gegen eingebrachte Vorschläge
  • Systematisierung der Ergebnisse (z.B. auch Erstellung eines Dringlichkeitsrankings) und Erarbeitung eines Umsetzungsplans

Rahmenbedingungen

  • Gesundheitszirkel als Steuerungsgremium sinnvoll ab einer Größe von ca. 100 Mitarbeitern, bei kleineren Betrieben kann ein Mitarbeiter die Rolle eines "Gesundheitsbeauftragten" übernehmen
  • Alternative für kleine Betriebe: Beteiligung an überbetrieblichen Gesundheitszirkeln, Netzwerken oder Kooperationen
  • Struktur der Belegschaft: gemischte und ältere Belegschaften

Nutzen

  • hoch, da Entwicklung praxisnaher Lösungsideen durch Einbezug der Mitarbeiter/-innen als Expert/-innen ihrer Arbeit
  • entsteht jedoch nur bei Umsetzung der Vorschläge durch das Unternehmen

Kosten

  • gering, da zunächst nur Freistellung der Beschäftigten für die Treffen und Organisation der Zirkel erforderlich
  • Kosten entstehen jedoch für die Umsetzung von Maßnahmen

Umsetzungsvarianten

  • Gemischte Zirkel, d.h. bestehend aus Beschäftigten und Geschäftsleitung
  • Homogene Zirkel, d.h. bestehend nur aus Beschäftigten
  • Mischmodelle, d.h. nach anfänglichen Gesprächen der Beschäftigten wird Geschäftsleitung in den Gesundheitszirkel einbezogen

Ein Beispiel aus der Praxis: Erarbeitung bedarfsgerechter Lösungsvorschläge

Durch die Gründung eines Gesundheitszirkels in einem Elektrounternehmen soll die hohe körperliche Belastung der Mitarbeiter/-innen durch das Arbeiten auf der Baustelle sowie der Arbeit am PC reduziert werden. Insgesamt sechsmal setzten sich sieben Mitarbeiter/-innen aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen zusammen, um einzelne Belastungsthemen zu diskutieren. Der Gesundheitszirkel zeigte sich als großer Erfolg: Durch das wertvolle Erfahrungswissen der Zirkelmitglieder konnten zu den Oberthemen Arbeitsabläufe und Arbeitsplatzgestaltung / Ergonomie konkrete und insbesondere praktikable Lösungsvorschläge erarbeitet werden, die auf eine hohe Akzeptanz bei den anderen Kolleg/-innen stießen. Von den erarbeiteten Vorschlägen konnte ein Großteil in kurzer Zeit in den Arbeitsprozess des Unternehmens integriert werden.

Weiterführende Informationen / Quellen

(1) weitere Informationen unter http://www.infoline-gesundheitsfoerderung.de/ca/j/hej/

(2) BAuA (2070): Why WAI, 1. Auflage, Dortmund: BAuA.

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