Erhöhen Sie die Attraktivität Ihres Unternehmens

Vier Mitarbeiter spielen zusammen Kicker. © Colourbox

Die wahrgenommene Attraktivität als Arbeitgeber ist heute ein wesentlicher Faktor für die Entscheidung von Fachkräften, sich bei einem bestimmten Unternehmen zu bewerben. Für Unternehmen bedeutet dies, dass es immer wichtiger wird, die eigenen Vorzüge als Arbeitgeber zu kommunizieren und sich am Arbeitsmarkt entsprechend zu positionieren. Entscheidend ist dabei, auch tatsächlich ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, denn dies spricht sich herum. Versprechen zu Entlohnung, Mitarbeiterführung, Personalentwicklung, Karrieremöglichkeiten und Work-Life-Balance müssen auch eingelöst werden.

Employer Branding

Ziel des Employer Branding (zu deutsch "Arbeitgebermarkenbildung") ist es, ein positives Arbeitgeberimage aufzubauen. Dahinter steht die Idee, Ansätze der Markenbildung, wie sie im Marketing und strategischen Management bekannt sind, auf die Mitarbeitergewinnung zu übertragen. 
Die meisten Menschen haben kaum Einblicke in den Arbeitsalltag von Unternehmen. Produkte und Gebäude sind vielleicht noch bekannt, man erfährt aus der Zeitung von einem Skandal oder einer Erfolgsgeschichte. Aber welche Qualitäten ein Unternehmen als Arbeitgeber tatsächlich hat, davon ist oft wenig bekannt. Hier können Unternehmen ansetzen und eine langfristig orientierte Strategie der Personalarbeit erstellen.

Geprüfte Qualität: Audits und Siegel

Grundsätzlich gilt: Unternehmen sollten eigene arbeitnehmerorientierte Maßnahmen selbstbewusst nach außen kommunizieren. Kann ein Arbeitgeber dies sogar mit einem Siegel oder einem guten Platz in einem Wettbewerb belegen, so wirkt dies noch glaubwürdiger.

Mit dem "INQA-Audit Zukunftsfähige Unternehmenskultur" bietet die Initiative Neue Qualität der Arbeit Unterstützung für private und öffentliche Arbeitgeber, die sich in den  zentralen personalpolitischen Handlungsfeldern Personalführung, Chancengleichheit & Diversity, Gesundheit sowie Wissen & Kompetenz weite entwickeln wollen. Das INQA-Audit ist damit inhaltlich sehr umfassend ausgerichtet, es wird zudem im Rahmen der Initiative von den Sozialpartnern gemeinschaftlich getragen und bindet Beschäftigte und Betriebsräte von Beginn an direkt in die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur ein.

Seit 1999 bietet die Beruf und Familie gemeinnützige GmbH das Audit berufundfamilie an. Dies ist ein Managementinstrument, das Unternehmen dabei unterstützt, eine familienbewusste Personalpolitik zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie umzusetzen. Vorteil hierbei ist, dass die Unternehmen selber festlegen, welche Maßnahmen für sie zielführend sind. Das kostengünstige Audit, das unter der Schirmherrschaft der Bundesfamilienministerin und des Bundeswirtschaftsministers steht, wird von den führenden deutschen Wirtschaftsverbänden empfohlen und hat sich zu einem Gütesiegel für Familienbewusstsein in der deutschen Wirtschaft entwickelt.

Bundesweit existieren weitere lokale Initiativen, die ebenfalls Familiensiegel vergeben, z.B. das FaMi-Siegel in Lüneburg, das Hamburger Familiensiegel oder das Jenaer Familiensiegel. In einigen Fällen werden Siegel auch von dem entsprechenden Lokalen Bündnis für Familie vor Ort vergeben.

Im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit kooperiert das BMAS mit dem Unternehmenswettbewerb des Great Place to Work Institute. Auf der Grundlage einer Mitarbeiter- und einer Managementbefragung wird dort jährlich "Deutschlands bester Arbeitgeber" gekürt. Daneben gibt es regionale Wettbewerbe, z.B. "Beste Arbeitgeber Berlin-Brandenburg 2013". Das Institut ist nicht allein auf familienbewusste Maßnahmen konzentriert, sondern unterstützt Unternehmen bei der systematischen Überprüfung und Weiterentwicklung einer mitarbeiterorientierten Arbeitsplatzkultur. Benchmarkstudien ermöglichen Unternehmen, ihre eigenen Aktivitäten mit denen anderer Wettbewerber zu vergleichen.

Verantwortungsvolle Unternehmen: CSR in Deutschland

Ein Unternehmen, das vorausschauend wirtschaftet, fair mit Beschäftigten umgeht und Engagement für Gesellschaft und Umwelt zeigt, handelt verantwortlich. Und macht sich damit zu einem attraktiven Arbeitgeber. 
Die Bundesregierung hat im Oktober 2010 eine Nationale Strategie zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen beschlossen und sich zum Ziel gesetzt, die Idee einer verantwortlichen Unternehmensführung in die Breite zu tragen. Der Fokus liegt auf kleinen und mittleren Unternehmen. Für viele Betriebe und Unternehmen ist verantwortliches Handeln zwar eine Selbstverständlichkeit, wird aber meist wenig systematisch verfolgt. Damit Unternehmen CSR so nutzen können, dass es zum unternehmerischen Erfolg beiträgt, gibt es das  ESF-Förderprogramm Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand aufgelegt. Hier können Sie sich über weitere Aktivitäten zum Thema CSR in Deutschland und international informieren.

In 10 Schritten zur Arbeitgebermarke

Sie möchten die Vorzüge einer attraktiven Arbeitgebermarke nutzen und diese positiv nach außen stellen? So kann es gelingen:

  1. Analysieren Sie Ihre Stärken und Schwächen als Arbeitgeber in allen Bereichen, die für Mitarbeitende relevant sind, z.B. Betriebsklima, Führungsverständnis, Work-Life-Balance, Sozialleistungen, Personalentwicklung, Verantwortungsübernahme, Aufgabenspektrum, Karrieremöglichkeiten.
  2. Führen Sie eine Zielgruppenanalyse durch und versuchen Sie, mehr über die Präferenzen und Erwartungshaltungen der relevanten Zielgruppen zu erfahren. Schauen Sie in Studien, z.B. über Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen, Schülerinnen und Schüler, Fachkräfte aus dem Ausland oder High Potentials.
  3. Machen Sie einen Abgleich: Wo gibt es mehr Überschneidungen, wo weniger? Überlegen Sie, was Sie tun können, um attraktiver für Ihre Wunschzielgruppen zu werden.
  4. Werfen Sie einen Blick auf Ihre Konkurrenz, um die Alleinstellungsmerkmale Ihres Unternehmens als Arbeitgeber zu identifizieren. Was bieten nur Sie oder was zeichnet Sie besonders aus?
  5. Nutzen Sie Mitarbeiterbefragungen und Mitarbeitergespräche, um zu erfahren, was Ihre Beschäftigten bei Ihnen schätzen.
  6. Entwickeln Sie ein Unternehmensprofil, in dem Sie die zentralen Eigenschaften und Werte sowie Ihr Alleinstellungsmerkmal zusammenfassen.
  7. Formulieren Sie Kernbotschaften, die Ihr Profil auf den Punkt bringen und den Charakter Ihres Unternehmens authentisch widerspiegeln. Entwickeln Sie daraus bei Bedarf Slogans, die Sie für die gezielte Ansprache potenzieller Kandidatinnen und Kandidaten nutzen möchten.
  8. Kommunizieren Sie Ihr Arbeitgeberprofil an Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sorgen Sie dafür, dass es gelebt wird.
  9. Planen Sie Ihre externe Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit und setzen Sie die Maßnahmen um, z.B. Pressemitteilungen, Stellenausschreibungen, Veranstaltungsteilnahmen, Präsenz auf Messen.
  10. Nutzen Sie die Website www.kofa.de für weitergehende Informationen und hilfreiche Links. Lassen Sie sich von erfolgreichen Praxisbeispielen inspirieren.

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