Chancen bieten und nutzen

Mahle Behr Industry, Reichenbach

Die Firma MAHLE Behr Industry geht bei der Fachkräftesicherung  ungewöhnliche Wege – mit Erfolg

Wie manch anderem Unternehmen im Osten der Republik fällt es auch der MAHLE Behr Industry in Sachsen schwer, geeignete Nachwuchskräfte zu finden. Die Zahl der Schulabgänger sinkt, es bewerben sich weniger Schülerinnen und Schüler, Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt.

Das Unternehmen hat den Blick über den Tellerrand gewagt und eine neue Zielgruppe in den Blick genommen: Junge Menschen, die entweder keinen oder nur einen sehr schlechten Schulabschluss haben und normalerweise auf der Wunschkandidatenliste von Unternehmen eher weiter unten stehen. Aber auch Jugendliche mit weniger optimalen Leistungsvoraussetzungen haben das Potenzial zu einer guten Fachkraft. Der Hersteller von Kühl- und Klimasystemen hat das erkannt und ein zweistufiges Ausbildungsprogramm initiiert, das auf viele Unternehmen übertragbar ist: Die Jugendlichen können zunächst eine Ausbildung zum Maschinenanlagenführer machen um anschließend den Facharbeiterberuf des Industriemechanikers zu absolvieren.

In zwei Ausbildungen zur Fachkraft

Ausbildung im eigenen Betrieb

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Ausbildung im eigenen Betrieb

Immer mehr Unternehmen erkennen die Chancen, auch junge Menschen mit weniger guten Voraussetzungen auszubilden und so qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen.

Neben Schulabgängerinnen und -abgängern berücksichtigt das Unternehmen auch sogenannte Altbewerber, die bereits "Vorbildungswege" durchlaufen und noch keine Ausbildung abgeschlossen haben. In zwei Jahren absolvieren sie eine Ausbildung zu Maschinen- und Anlagenführern. Bei guter Leistung können sie danach eine Ausbildung zu Industriemechanikerinnen und -mechanikern anschließen.

So will es auch Sven Meisel machen. Für ihn ist der Ausbildungsplatz seine große Chance. Durch den guten Ruf des Unternehmens ist er auf das Angebot aufmerksam geworden – es hat sich in der Region herumgesprochen, dass hier auch Jugendliche mit weniger guten Voraussetzungen die Chance auf eine Ausbildung haben. "Ich bin sehr zufrieden mit dieser Ausbildung, ich habe vor einem Jahr meine Prüfung als Maschinenanlagenführer erfolgreich abgeschlossen und jetzt mache ich eine weitere Lehre zum Industriemechaniker." Die bestandene Prüfung war für ihn eine wichtige Bestätigung und eine große Motivation weiterzumachen.

Das Unternehmen fördert seine Azubis während der gesamten Ausbildungszeit und speziell in Prüfungsphasen: Dazu gehört der regelmäßige Austausch aller Beteiligten. Die Betreuer der Azubis im Betrieb stehen in Kontakt mit der Berufsschule und den Eltern. Zusätzlich bietet MAHLE Behr Industry in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit eine "ausbildungsbegleitende Hilfe" an. Informationsveranstaltungen für Jugendliche und Eltern, zusätzliche Betriebspraktika und individuelle Gespräche ergänzen die Aktivitäten.

Soziale Verantwortung mitgestalten

Der Fachkräftemangel ist für Petra Meißner, Personalleiterin bei MAHLE Behr Industry, nicht der einzige Grund, Jugendliche mit weniger guten Voraussetzungen auszubilden. Auch das soziale Engagement des Unternehmens ist ihr wichtig, nicht nur wegen des Imagegewinns: "Wir sind im 'Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT Ostdeutschland' aktiv, weil wir unsere Erfahrungen einbringen wollen, um andere Unternehmen und Institutionen anzuregen, ebenfalls solide Wege zu beschreiten." Das Projekt "Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT Ostdeutschland" fördert Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und 10 und bringt sie auf unterschiedlichen Wegen mit Unternehmen zusammen..

Das Engagement lohnt sich für Unternehmen – die ersten Azubis haben ihre zweistufige Ausbildung bei MAHLE Behr Industry bereits erfolgreich abgeschlossen und sind zu wertvollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für das Unternehmen geworden.

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